Schule ohne Rassismus

Am 09. Juni sind Europawahlen und erstmals dürfen auch 16-Jährige zur Wahlurne – ein Grund für das Gymnasium Stein, der
Viele Kinder dieser Welt leben in Armut und Ungerechtigkeit, ohne jegliche Perspektive und Schutz. Nur selten dürfen sie einfach nur
Am 29. September 2023 fand am Gymnasium Stein, wie bereits 2018, wieder die U18-Wahl statt. Dieses Mal durften alle Schülerinnen
Hier findet ihr in aller Kürze die Ergebnisse der U18-Wahl: Einen ausführlichen Bericht zur Wahl am Gymnasium Stein am 29.09.23
KEIN PROBLEM! Der Kreisjugendring hat Parteien gefragt, wie sie zu verschiedenen jugendpolitischen Fragen stehen.* Ihre Antworten findest Du hier oder
Im Rahmen des Projekts „Demokratie und Toleranz am Gymnasium Stein“ fand am 26.06.2023 eine Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Dachau statt. Die
In diesem Schuljahr nimmt das Gymnasium Stein wieder am bundesweiten Anne-Frank-Tag Teil. Kern des Projekts ist die Anne-Frank-Ausstellung, die von
In unserer Gesellschaft ist Rassismus und Sexismus immer noch ein großes Problem.  Auch in den 9. Klassen des Gymnasiums Stein
Als ein Modul der Demokratieerziehung in der Jahrgangsstufe 9 konnten am 18.4.2023 im Rahmen des Programms „meet a Jew“ digitale
Am 26. Januar 2023 hatte die gesamte neunte Jahrgangsstufe unserer Schule die Gelegenheit, einen Auftritt der Holocaust-Überlebenden Charlotte Knobloch per

 

 

 

Unser Gymnasium Stein, eine SOR-SMC-Schule   =

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage – Schule mit Toleranz!

 

Unsere Schule hat sich im Herbst 2011 auf den Weg gemacht, eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu werden und damit ein Mitglied des großen Netzwerkes der „Schulen ohne Rassismus“. Diese Bewegung, die vor allem eine Bewegung der Schülerinnen und Schüler ist, begann 1988 in Belgien, breitete sich im Laufe der Zeit über ganz Europa aus und umfasst inzwischen allein in Deutschland über 2800 Schulen, davon in Bayern fast 600.

Wir sind seit dem April 2013 offiziell eine „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“, nachdem über 80% der SchülerInnen und LehrerInnen sowie sonst Tätigen im Haus sich mit ihrer Unterschrift auf die Ziele der Bewegung verpflichtet haben:

  1. Wir dulden keine Diskriminierung irgendwelcher Art, sei es wegen der Herkunft, der Hautfarbe, der Religion, der körperlichen Besonderheiten, des Geschlechts oder anderer Eigenschaften. (Hier wird also von einem weiten Rassismus-Begriff ausgegangen; es geht im Kern gegen Diskriminierungen jedweder Art.)
  2. Wenn an unserer Schule Formen der Gewalt oder irgendwelcher Diskriminierung ausgeübt werden, wenden wir uns dagegen und handeln. Toleranz soll aktiv gelebt werden.
  3. Wenigstens einmal pro Schuljahr soll ein Projekt zum Thema Diskriminierung bzw. Toleranz durchgeführt werden. Die Verleihung des Titels ist also kein Schlusspunkt, sondern eine Auftakt für eine nachhaltige tolerante Schulentwicklung!

Als Paten für unsere „Schule ohne Rassismus“ konnten wir das „Kinder- und Jugendtheater Pfütze“ in Nürnberg und den „Sozial-Verein Lichtblick Stein“, der auch Trägerverein der Steiner Tafel ist,  gewinnen. Diese Paten sind uns Helfer, Ideengeber, Ansporn und Verpflichtung für eine weltoffene, sozial-engagierte, kreative und tolerante Schule!

In den vergangenen sieben Jahren hat der AK Toleranz der SMV mit Unterstützung einer Gruppe von Lehrkräften etliche interessante Projekte und Aktivitäten unternommen. In zwei P-Seminaren wurden seither ebenfalls zahlreiche Projekte realisiert.

 

Was  zum Beispiel durchgeführt wurde:

  • Thementage, Ausstellungen und Vorträge, um die Schülerschaft zu informieren, z.B. zu Rechtsextremismus, zur „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“, zu Flucht und Asyl, hier
  • auch mit Theaterstücken und Zeitzeugengesprächen
  • Herstellen und Verteilen von Toleranz-Bändchen
  • Infostände an den Schulfesten
  • Umfragen und Ausstellungen zur kulturellen Vielfalt an unsere Schule
  • Sammeln und Veröffentlichen von Toleranz-Texten in einem Schreibwettbewerb
  • ein Sonderheft der Schülerzeitung zu „Toleranz“
  • Theater-Besuche und Theater-Workshops mit dem Theater Pfütze
  • Bemalen von drei Toleranz-Säulen im Untergeschoss
  • jährlich zwei Kauf- eins-mehr Aktionen für die Steiner Tafel

 

Die ersten Jahrgänge der aktiven SchülerInnen haben inzwischen Abitur gemacht! Sie haben gute Aufbauarbeit geleistet! Es ist nun eine dauerhafte Herausforderung für die SMV und für die ganze Schule, engagierten Nachwuchs zu gewinnen, ihn zu unterstützen und so für die Nachhaltigkeit des Projekts zu sorgen. Die Unterstützung der Lehrerschaft und der Elternschaft wird dabei auch in Zukunft eine Notwendigkeit und eine große Hilfe sein.

Allen, die bisher für unsere „Schule ohne Rassismus–Schule mit Toleranz“ tätig waren, gebührt ein herzlicher Dank!

                                  

     Maria Künstler

 

 


Sonderausgabe der Steinzeit

SoR Schritte

SoR Selbstverständnis

Get ready to vote – EU-Projekttage am Gymnasium Stein

Am 09. Juni sind Europawahlen und erstmals dürfen auch 16-Jährige zur Wahlurne – ein Grund für das Gymnasium Stein, der EU gleich zwei ganze Tage zu widmen.

An zwei Vormittagen im April (11.04 und 19.04.) haben die Schülerinnen und Schüler der zehnten und elften Jahrgangsstufen sich ausgiebig mit der EU beschäftigt. Die künftigen Erstwählenden der zehnten Klassen haben erfahren, was die EU ist, wie sie funktioniert und was man eigentlich wählt.

Die elften Klassen sind gar selbst in die Haut von EU-Abgeordneten geschlüpft und haben im Rahmen einer EU-Parlamentssimulation selbst an Ausschüssen teilgenommen, informelle Verhandlungen geführt, Mehrheiten gesucht (und manchmal auch gefunden), Reden gehalten und schließlich über einen Gesetzesentwurf abgestimmt.

Der Höhepunkt beider Projekttage war jedoch der Besuch zweier Politiker – dem Kandidaten fürs EU-Parlament Konrad Körner aus Herzogenaurach und dem EU-Abgeordneten Thomas Rudner aus Regensburg, die sich die Zeit genommen haben, um mit den Jugendlichen Fragen zu verschiedenen politischen Themen, zur Arbeit im Parlament und zur Zukunft der EU zu diskutieren. Geleitet und moderiert wurden diese Gesprächsrunden von Sedra Alsheakh Ameen, Anne Rimmele und Ciprian Degǎu (10. Jahrgangsstufe) bzw. von Lili Heinlein, Svenia Parton, Nicolas Schrenk und Lars Genz (11. Jahrgangsstufe). Die Jugendlichen waren sehr gut vorbereitet und scheuten auch kritische (Nach-)Fragen nicht.

Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Stein sind durch die intensive Beschäftigung mit der EU nicht nur ganz praktisch auf ihre erste politische Wahl vorbereitet worden, sie haben auch gelernt, dass es sich bei der EU nicht nur um ein Wirtschafts- sondern auch um ein Wertebündnis handelt.

Geschenke mit Herz 2023

Viele Kinder dieser Welt leben in Armut und Ungerechtigkeit, ohne jegliche Perspektive und Schutz. Nur selten dürfen sie einfach nur Kind sein.

Genau deswegen war es den Schülerinnen und Schülern unserer Schule auch in diesem Jahr wieder ein Anliegen, Kindern, die nicht das Privileg haben, in Frieden und Sicherheit aufzuwachsen, an Weihnachten mit einem Päckchen eine kleine Freude machen. In allen Jahrgangsstufen wurden fleißig Zahnbürsten, Mützen, Schals, Malsachen, Spielsachen und noch vieles mehr in Päckchen verpackt, die anschließend liebevoll verziert und dekoriert worden sind.

Die U18-Wahl: Du hast eine Stimme – lass sie raus!

Am 29. September 2023 fand am Gymnasium Stein, wie bereits 2018, wieder die U18-Wahl statt. Dieses Mal durften alle Schülerinnen und Schüler von der 5. bis zur 12. Klasse, sofern sie das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht hatten, an der Wahl für den bayerischen Landtags teilnehmen. Die Stimmen werden zwar nicht zur „richtigen“ Wahl der Über-18-Jährigen dazugezählt, doch dürfen die Jugendlichen auf diesem Wege trotzdem ihre Stimme abgeben.

Am besagten Freitag war es wieder soweit: Die „Wahllokale“ der Schule im Pavillon waren von der 1. Bis zur 6. Stunde geöffnet. Die Stimmzettel wurden für jeden Wohnort passend verteilt. Gewählt wurde unter echten Bedingungen: Es gab Wahlkabinen, sodass jeder seine beiden Stimmen anonym abgeben konnte. Außerdem galt die Wahlgleichheit, wodurch jede Stimme gleich zählte und nur einmal galt. Setzte ein Schüler bei einer zu vergebenden Stimme mehr als ein Kreuz, so war der Wahlzettel als ungültig. Der gefaltete Zettel wurde in eine Wahlurne geworfen und später von den Mitarbeitern des Kreisjugendrings, welcher im Landkreis Fürth für die U18-Wahlen zuständig ist, ausgezählt. Nach ihrer Wahl konnten die Schülerinnen und Schüler noch Anliegen, Forderungen und Wünsche an die Politikerinnen und Politiker auf Plakaten notieren, welche später an diese übergeben werden. Dieses Angebot wurde von vielen Jugendlichen genutzt, zum Teil allerdings auch für nicht wirklich umsetzbare Wünsche.

Für die Schulen im Landkreis Fürth wurde die Wahl vom Kreisjugendring veranstaltet, von dem unter anderem der Geschäftsführer Frank Reißmann und andere Wahlhelfer anwesend waren. Organisiert und durchgeführt wurde die Wahl am Gymnasium von Frau Mayers-Teßmann und ihrem Seminar aus der Q12, vielen herzlichen Dank, dass Sie alle uns dieses Ereignis ermöglicht haben!

Zu den Ergebnissen unserer Schule bei den U18-Landtagswahlen 2023.

Zu den Ergebnissen Bayerns und all seiner Regierungsbezirke und Stimmkreise.

Bericht von Isabelle Schnittger (10b)

Ergebnisse der U18-Landtagswahl 2023

Hier findet ihr in aller Kürze die Ergebnisse der U18-Wahl:

Zweitstimmen Gymnasium Stein

Bild 1 von 6

Einen ausführlichen Bericht zur Wahl am Gymnasium Stein am 29.09.23 findest du hier!

U18-Wahl am Gymnasium Stein

KEIN PROBLEM!

Der Kreisjugendring hat Parteien gefragt, wie sie zu verschiedenen jugendpolitischen Fragen stehen.*

Ihre Antworten findest Du hier oder unter dem QR-Code!

Auf der Seite der Landeszentrale für politische Bildung findest Du außerdem Videos zu den Themen „Warum Wählen wichtig ist“ bzw. „Wie wähle ich im Wahlraum?.

*Hinweis: Auch die bayerische AfD wurde um Beteiligung an der Aktion gebeten, hat aber – auch nach mehrmaligem Nachhaken – nicht auf die Anfrage des Kreisjugendrings reagiert. Daher tauchen die jugendpolitischen Positionen dieser Partei auch nicht in der Übersicht auf.

Projekt „Demokratie und Toleranz am Gymnasium Stein“, Teil V – Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau

Im Rahmen des Projekts „Demokratie und Toleranz am Gymnasium Stein“ fand am 26.06.2023 eine Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Dachau statt. Die Schüler sollten am historischen Lernort selbst das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte vertiefen und ggf. eigene Gedanken und Gefühle zum Thema reflektieren.

Nachdem wir circa um 8:10 Uhr aufbrachen, dauerte die Fahrt, die wie auch die Rückfahrt problemlos verlief, 2 Stunden. Vor Ort wurden wir in drei Gruppen eingeteilt und ein Tour Guide erklärte uns die historische Bedeutung dieses Ortes. Er beschrieb die Gleichschaltung, also die Weltanschauung der Menschen durch die der Nationalsozialisten zu ersetzen und alle Organisationen anderer Meinung aufzulösen, um zu erklären, wer unter anderem in diesem Lager eingeschlossen war. Auch erfuhren wir, dass in Dachau Testläufe für den Holocaust unternommen wurden, der ab 1942 in den Vernichtungslagern stattfand. Anschließend erklärte der Tour Guide die Denazifizierung, also die Festnahme und Verurteilung der Kriegsverbrecher und dass die amerikanischen Besatzer dort Nationalsozialisten nach dem Krieg festhielten.

Was auch noch wichtig zu erwähnen ist, ist, dass in Dachau nicht nur Juden, sondern auch Arbeitslose, politische Gegner und Homosexuelle leiden mussten.

Nach dem Rundgang hatten wir noch etwa 15 Minuten Zeit die Anlage selber anzuschauen und da alle den Weg zum Bus fanden, konnte man planmäßig um 13:30 die Heimreise antreten.

Michael Strohmaier (Klasse 9a)

Projekt Demokratie und Toleranz am Gymnasium Stein, Teil IV – Anne-Frank-Tag 2023

In diesem Schuljahr nimmt das Gymnasium Stein wieder am bundesweiten Anne-Frank-Tag Teil. Kern des Projekts ist die Anne-Frank-Ausstellung, die von SchülerInnen der zehnten und elften Jahrgangsstufe aufgebaut worden ist. Alle Klassen unserer Schule werden sie im Rahmen des Geschichtsunterrichts besuchen und sich sowohl mit Anne Frank als auch mit dem diesjährigen Rahmenthema „Ideale“ beschäftigen. Auch in den Pausen ist die Ausstellung geöffnet und kann jederzeit in Raum B2 besucht werden.

Wenn ihr euch mit dem Thema näher und noch einmal in Ruhe auseinandersetzen wollt, könnt ihr noch einmal die digitale Ausstellung besuchen oder eine virtuelle Tour durch das Versteck der Familie Frank machen. Auch die Interview-Clips mit Hannas Freundin Lin Jadalti findest du auf dieser Seite noch einmal ansehen.

MTM und HPF

Projekt Demokratie und Toleranz am Gymnasium Stein, Teil III – Workshops

In unserer Gesellschaft ist Rassismus und Sexismus immer noch ein großes Problem.  Auch in den 9. Klassen des Gymnasiums Stein kam es schon zu rassistischen und sexistischen Vorkommnissen. Deshalb nahm sich Frau Mayers-Teßmann mit einigen anderen Lehrerinnen und Lehrern vor, über das Thema aufzuklären und verschiedene Projekte zu organisieren, darunter auch ein Workshop zum Thema „Demokratieerziehung“, der am Dienstag, den 09.05.2023, stattfand. Über dieses Projekt berichte ich heute in diesem Text.

Das Projekt erstreckte sich von der 3. bis zur 6. Stunde. Die neunten Klassen wurden in drei Gruppen aufgeteilt und gemischt. Diese Gruppen wurden von externen Experten unter der Aufsicht eines Lehrers unterrichtet. Bei uns war der Experte Herr Macher.

In der ersten Stunde stellte sich der Vortragende vor und führte mit uns die erste Übung durch. Er klebte Zettel mit verschiedenen Aufschriften (übelst rassistisch, sehr diskriminierend, komisch, stimmt aber und stimmt) an die Ecken des Klassenzimmers und stellte uns Fragen zu kontroversen Themen wie zum Beispiel: „Schwule können keinen Fußball spielen“ und viele andere. Unsere Aufgabe bestand darin, uns in die jeweilige Ecke zu stellen, die unsere Meinung widerspiegelt, und diese zu erklären. Anschließend erklärte er uns den Begriff „Diskriminierung“ als herablassendes Verhalten. Danach zeigte er uns einen Film über eine Frau, die in einem Flugzeug neben einem schwarzen Mann saß, ihn als Zumutung beschimpfte und daraufhin in die Business Class befördert wurde. Wir sollten uns eine Meinung zu dem Film bilden. Als nächstes wurde uns der Begriff „Rassismus“ als „wenn man herablassend behandelt wird oder einem ein Unterschied zugeschrieben wird“ definiert, und wir sollten Beispiele für Rassismus im Alltag zusammentragen. Danach gab es eine Pause.

In der nächsten Stunde wurde uns ein Bild von einem Überraschungsei gezeigt, das am oberen Ende einen Granatenstiel hatte und die Aufschrift „Sonderedition Asylanten“ und „Spiel, Spaß und weg“ trug. Wir sollten das Bild deuten und interpretieren. Daraufhin wurde uns der Begriff „Extremismus“ definiert als die Bereitschaft, die Demokratie abzuschaffen. Danach wurden uns über die Online-Plattform Menti verschiedene Bilder gezeigt, die mit den Nazis in Verbindung standen. Wir sollten beispielsweise abstimmen, ob wir eine „abgeänderte Nazi-Flagge“ für bedenklich hielten, und es wurden weitere Bilder gezeigt. Danach wurden uns die Strafen für das Verbreiten von Nazi-Zeichen erklärt. In diesem Zusammenhang wurde auch die Würde des Menschen gemäß Artikel 1.1 des Gesetzbuches definiert. Als nächstes wurden wir über verschiedene Nazi-Zahlencodes aufgeklärt (z.B. 88 = HH) und wie bei verschiedenen Kleidungsmarken doppeldeutige Zeichen oder Namen genutzt werden.

In der letzten Stunde klebte Herr Macher verschiedenen Personen verschiedene farbige Aufkleber auf den Rücken, deren Farbe wir nicht kannten. Ohne miteinander zu reden, mussten wir Personen mit derselben Farbe auf dem Rücken finden, wobei jedoch einer eine Farbe hatte, die kein anderer hatte. Anschließend musste dieser erklären, wie er sich als „Ausgeschlossener“ fühlte. Danach wurde diese Person einer anderen Gruppe zugeteilt und uns wurden Vorkommnisse gezeigt, wie z.B. eine Schule, die mit „Ausländer raus“ beschmiert wurde, oder das Verschicken eines Hakenkreuzes in einem Klassenchat ohne ersichtlichen Grund. Anschließend wurde den Gruppen ein Thema zugeteilt, und sie mussten untereinander besprechen, was Schüler in solchen Situationen tun könnten. Am Ende des Schulprojekts wurden die Ergebnisse zusammengefasst.

Meiner Meinung nach war dies eine sehr gute allgemeine Erziehung zum Thema Rassismus und Extremismus. Allerdings finde ich den Namen „Demokratieerziehung“ unpassend und sollte durch einen schlüssigeren Namen ersetzt werden. Trotzdem war dies ein sehr lehrreiches Projekt und ich würde empfehlen, es auch in den späteren Jahren unter einem anderen Namen als ein jährliches Projekt für die 9. Klassen fortzuführen. Außerdem möchte ich Herrn Macher danken, der uns das Thema interessant vermittelt hat.

Daniel Forster, 9a

Projekt Demokratie und Toleranz am Gymnasium Stein, Teil II – „meet a Jew“

Als ein Modul der Demokratieerziehung in der Jahrgangsstufe 9 konnten am 18.4.2023 im Rahmen des Programms „meet a Jew“ digitale Begegnungen stattfinden.

„Meet a Jew“ steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und hat es sich zum Ziel gesetzt, jungen Menschen das gegenwärtige jüdische Leben in  Deutschland durch persönliche Begegnungen mit hier lebenden Jüdinnen und Juden näher zu bringen und potentielle Vorurteile abzubauen. Bei diesen Begegnungen stehen der Austausch und das Gespräch im Vordergrund – so wurden auch unsere 9.Klässler von den Referenten aufgefordert, alle Fragen zu stellen, die ihnen unter den Nägeln brennen. Pro Schülergruppe waren zwei Referenten zu Gast. Während der 90-minütigen Videokonferenzen (aus organisatorischen Gründen waren Begegnungen vor Ort leider nicht möglich) wurden die unterschiedlichsten Bereiche jüdischen Lebens, jüdischer Religionsausübung und jüdischer Geschichte zum Gegenstand des Gesprächs. Beispielsweise waren die Gestaltung des Sabbats, die Umsetzbarkeit der religiösen Vorschriften oder auch das Schicksal der jüdischen Vorfahren Thema des Austauschs. Bei der anschließenden Feedback-Runde zeigte sich insbesondere darüber eine große Betroffenheit, dass auch im Jahr 2023 Menschen in Deutschland noch Opfer antisemitischer Anfeindungen werden.

Ein großes Dankeschön gilt den Freiwilligen von „meet a Jew“ für ihre Offenheit und ihre Bereitschaft zu diesen Gesprächen.

Für die Fachschaften Religion und Ethik: Maria Künstler

Projekt Demokratie und Toleranz am Gymnasium Stein, Teil I – Zeitzeugengespräch mit Charlotte Knobloch

Am 26. Januar 2023 hatte die gesamte neunte Jahrgangsstufe unserer Schule die Gelegenheit, einen Auftritt der Holocaust-Überlebenden Charlotte Knobloch per Zoom zu erleben. Die 90-Jährige trat durch das Angebot der Friedrich-Ebert-Stiftung in München vor zwei dort ansässigen Schulklassen auf. Das Zeitzeugengespräch wurde für mehrere hundert Schüler live übertragen. Nachdem sie auf die Bühne getreten war, erfuhren wir einiges über ihre Lebensgeschichte:

Charlotte Knobloch wurde am 29. Oktober 1932 in München geboren und lebte zuerst bei ihrem Vater, der von ihrer Großmutter bei der Erziehung unterstützt wurde. Ihre ersten Lebensjahre waren relativ ereignislos, bis ihr Leben immer mehr von den Nationalsozialisten eingeschränkt wurde – und dies nur, weil sie eine Jüdin war.

„Als Kind versteht man nicht, was es heißt, anders zu sein“, erzählte sie.

Natürlich habe sie aber bemerkt, dass sie anders behandelt wurde. Charlotte Knobloch führte das Verbot auf einer Parkbank zu sitzen als Beispiel an. Auch ihr Vater wurde diskriminiert. So durfte er nicht mehr als Anwalt arbeiten, mit Ausnahme für jüdische Mitbürger. Ihre Großmutter – eine wichtige Bezugsperson für Frau Knobloch – hatte dennoch versucht, den Alltag so „schön wie möglich“ (Zitat Ch. Knobloch) zu gestalten und hat ihr von den diskriminierenden Handlungen so wenig wie möglich erzählt.

Schließlich stellte die Familie einen Antrag, um nach Amerika auswandern zu dürfen. Dieser wurde jedoch nur ihrem Vater und ihr genehmigt. Um die Großmutter nicht alleine in Deutschland zurückzulassen, ist die Familie im Dritten Reich geblieben.

1942 wurde Charlotte von einer ehemaligen Hausangestellten ihres Onkels vor der Deportation gerettet und auf den Bauernhof von deren Eltern gebracht, wo sie als uneheliches Kind ausgegeben wurde. Noch im selben Jahr wurde Charlottes Oma verhaftet und in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Charlotte selbst sagte später, dass sie bereits als kleines Kind schon geahnt hatte, dass sie ihre Großmutter nie wieder sehen würde, die nach zwei Jahren im Konzentrationslager verhungerte und starb. Frau Knobloch lebte bis zur Befreiung durch die Amerikaner im mittelfränkischen Dorf Arberg.

Nach dem Vortrag beantwortete Frau Knobloch noch einige Fragen, die im Voraus an das Institut geschickt worden waren. Wir alle waren davon beeindruckt, wie anschaulich und spannend Charlotte Knobloch ihre Lebensgeschichte erzählt hat und welche Botschaften sie übermitteln wollte. Besonders ein Zitat wird der ganzen Klasse in Erinnerung bleiben:

„Lass dir nicht sagen, wen du zu lieben und zu hassen hast.“ (Zitat Ch. Knobloch)

Felix Hempfling, Jakob Slavik (Klasse 9a)