wirtschaftswissenschaftliches und naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium




Am 27. September 2023 war es wieder einmal soweit: Das Figurentheater Kuckucksheim schlug seine Zelte bei uns am Gymnasium Stein auf und präsentierte das Stück „Woyzeck“, das dem Publikum, den Deutsch-Oberstufenkursen der Q12, schon aus dem Deutschunterricht wohlbekannt war.
Im Musiksaal baute das Team des Puppentheaters die Bühne auf und gleich darauf konnte es losgehen: Das Drama aus dem Jahr 1836, das auf einer wahren Begebenheit beruht, thematisiert die Geschichte des armen Stadtsoldaten Woyzeck. Als dieser von der Untreue seiner Marie mit dem Tambourmajor des Regiments erfährt, ermordet er Marie aus Eifersucht und in geistiger Verwirrung.
Im Anschluss an das Figurentheaterstück haben wir ein paar Eindrücke eingefangen:
„Die Aufführung war gut zu verfolgen, wenn man das Drama vorher gelesen hatte. Die Handlungsabschnitte wurden angekündigt und der Schauspieler war sehr vertieft und leidenschaftlich. Zwar hat sich das Stück etwas in die Länge gezogen, dafür wurde sich aber viel Interpretationsspielraum genommen. Insgesamt sehr gelungen!
„Ein gut durchdachtes Stück. Jeder verwendete Gegenstand hatte eine symbolische Bedeutung.“
„Ich fands gut, erfrischend, mal anders und dramatischer als die Lektüre.“
„Dadurch, dass wir das Werk davor gelesen hatten, konnte man der Struktur des Stückes gut folgen. Für ein Ein-Mann-Stück war es gut umgesetzt.“
„Man merkt, wie sehr der Darsteller seinen Job liebt.“
„Eine sehr beeindruckende Solo-Performance!“
„Sehr schöne Gestaltung, vor allem weil der Schauspieler alleine war!“
„Es ist faszinierend, wie ein einziger Mensch das gesamte Stück am Laufen hält: Puppen bewegen, Musik abspielen, singen…“
„Die Puppen wurden gut eingesetzt!“
„War sehr gut, aber schade, dass manche Szenen rausgelassen wurden.“
„Unterhaltsame Lieder als Abwechslung zum gesprochenen Text.“
„Da es ein eher trauriges Stück ist, waren die Lieder nicht immer passend.“
„Was hat dir gut gefallen?“ – „Die Mucke, der Mann klang echt richtig krass!“
„Toller Gesang!“
„Woyzecks Wahnsinn kam in diesem Stück besonders gut zum Ausdruck!“
„Auf einer Skala von 1-10 würde ich eine 8 geben. Aber es wäre besser, wenn wir einen größeren Raum zur Verfügung hätten.“
„Schaufel als Tambourmajor?“ – „War sehr gut.“ – „Interessant in Hinblick auf den Kontext.“
„Das Stück hat mich oft zum Staunen gebracht.“

Am Freitag, den 01.03.2024 fand von der ersten bis zur sechsten Stunde für alle fünften Klassen eine Buchlesung des Kinderbuchautoren Oliver Scherz in der Mensa des Gymnasiums Stein statt, der dabei sein neuestes Buch „Sieben Tage Mo“ vorstellte.
Zuerst begrüßte Herr Schober, der Fachbetreuer für Deutsch, die Schülerinnen und Schüler sowie Herrn Scherz. Anschließend stellte sich der Autor selbst noch einmal kurz vor und gab einen kurzen Überblick über seine bisher geschriebenen Werke, wie zum Beispiel „Wir sind nachher wieder da, wir müssen kurz nach Afrika“. Außerdem berichtete er den zuhörenden Klassen, dass er bereits zum zweiten Mal an unserem Gymnasium zu Besuch war.
Nach dieser kurzen Einleitung gestaltete Oliver Scherz durch einen spannenden Mix aus lebendigem Vortrag und betonter Lesung die ersten Seiten seines Buchs. Schließlich stellte er dazu auch passende Inhalte aus seinem Werk nach, so zum Beispiel die Karnevalsmusik der Figur Mo, die sie zu Beginn selbst hört. Danach folgte ein abwechslungsreiches Programm über zwei Kapitel. Ein besonderes Highlight war unter anderem die musikalische Umrahmung aus eigens geschriebenen Liedern zu Oliver Scherz Roman.
Nach einem tosenden Applaus hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen. So wollten die Kinder unter anderem wissen, wie Oliver Scherz überhaupt Autor geworden ist und woher er seine Inspirationen für die einzelnen Bücher bekommt. Am Ende nahm er sich noch ausreichend Zeit, gekaufte Exemplare von „Sieben Tage Mo“ zu signieren und verteilte für jeden und jede persönliche Autogrammkarten.
Klasse 5d



Josephine Mark, die Autorin des Buchs „Trip mit Tropf“ begeisterte uns am 27.02.24 mit ihrer etwas anderen Lesung der spannenden und lustigen Geschichte vom Roadtrip eines krebskranken Kaninchens und eines draufgängerischen Wolfs. Während sie geräuschvoll die Tiere sprechen ließ, zeigte sie dazu immer die passenden Comicausschnitte. Die Lacher hatte sie auf jeden Fall auf ihrer Seite und wir lauschten den Abenteuern, die das Kaninchen und der Wolf erlebten.
Nach der Lesung erhielt die Autorin tosenden Applaus. Am Ende beantwortete sie all unsere Fragen, zum Beispiel, warum sie Comiczeichnerin wurde, wie sie auf ihre Ideen kommt oder was man als Autorin verdient. Als Dankeschön zeichnete sie für jede Klasse den Wolf, den wir im Klassenzimmer aufgehängt haben. Zuletzt hatten wir die Möglichkeit, das Buch zu kaufen.
Wir haben zu Beginn an eine normale Lesung gedacht, aber das, was wir gehört und gesehen haben, hatten wir nicht erwartet. Durch die verstellte Stimme der Autorin hat man gedacht, man ist in der Geschichte dabei. Sie hat es einfach cool rübergebracht!
Die Klasse 6e

Zu Beginn jeden Schuljahres besteht für Schüler/innen der Klassen 9-12 des Gymnasiums Stein die Möglichkeit, sich für die Schulplatzmiete anzumelden (Untis-Rundschreiben dazu beachten!). Dabei
handelt es sich um ein Theaterabo für Schüler am Staatstheater Nürnberg.
Die Schüler melden sich über die Schule an, erhalten übers Schuljahr verteilt ihre Theaterkarten und
besuchen dann selbstständig diese Theatervorstellungen verschiedener Sparten (Schauspiel, aber z.T.
auch Oper, Ballett oder Musical) – Ferien sind von den Terminen allerdings ausgenommen.
Das Ganze kostet 9,50 Euro pro Stück. Im Schuljahr 2023/24 handelt es sich dabei um drei Termine,
also insgesamt 28,50 Euro für alle Vorstellungen zusammen – ein unschlagbar günstiges Angebot für
Schüler.
Die Karten berechtigen übrigens am Veranstaltungstag gleichzeitig zur kostenfreien Nutzung der
öffentlichen Verkehrsmittel der VGN (vier Stunden vor Vorstellungsbeginn bis zum Betriebsende).
(StRin K. Zerhouni, Ansprechpartnerin für die Schulplatzmiete am Gymnasium Stein)
Den Schulentscheid beim Vorlesewettbewerb 2023 konnte Jülide Çetin aus der Klasse 6b für sich entscheiden. Sie überzeugte sowohl beim Vortrag ihres selbstgewählten Ausschnitts aus Kathryn Littlewoods „ Die Glücksbäckerei” als auch bei dem Fremdtext „Müller hoch 3” von Burkard Spinnen und wird unsere Schule beim Kreisentscheid vertreten.
Herzlichen Glückwünsch!
Doreen Popp (Leseförderung)

Gespielt von Patrick Isopp
Geschrieben von Klaus Chatten
„45 min. netzlos“ ist ein Ein-Mann-Theaterstück, in dem der 15-jährige Len ein Referat bis zur nächsten Deutschstunde über das Theaterstück „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“ von Christian Dietrich Grabbe vorbereiten muss, doch er hat keine Ahnung von diesem Stück und diesem Thema. Da er auch noch nicht einmal mit der Vorbereitung angefangen hat und das Stück nicht gelesen hat, versucht er sich die Informationen aus dem Internet zu beschaffen.
Dies funktioniert für kurze Zeit, bis ihn seine Freunde anrufen und kurz mit ihm zocken wollen. Durch diese Ablenkung verliert er die Zeit aus den Augen und als er erneut auf die Uhr schaut, fällt ihm auf, dass er nur noch 25 Minuten Zeit hat seine Präsentation fertig zu machen. Er hat kein Netz mehr und er weiß nicht, worum es in diesem Stück überhaupt geht, da er sich auf das Internet verlassen hat.
Kurz darauf fällt ihm ein, dass er ja noch die Lektüre hat und diese findet er kurz darauf in seiner Brotdose.
Len versteht aber, als er die Lektüre durchblättert, die Texte nicht, bis er auf das Gedicht des Dichters Rattengift stößt und es versteht und mit dem Gedicht im Text als Ansporn ein Lied über familiäre Verhältnisse, wichtige Beziehungen und das, was ihn bedrückt, sowie darüber, dass er das Schuljahr nicht schafft und seine Freunde zurücklassen muss, aber auch über seine späteren Ziele.
Kurz darauf trägt er sein Lied vor und erreicht, obwohl er kein Netz und kein Internet zur Verfügung gehabt hat, eine Eins, da er mit dem Lied, laut seiner Lehrerin, den Kern des Buches und die Bedeutungen der Aussagen perfekt analysiert hat.
Nach dem Theaterstück gab es noch die Möglichkeit, Fragen an den jungen österreichischen Schauspieler und den Rest der Schauspielgruppe zu stellen.
Cara Schäfer, 9a






Am 20.03.2023 erreichten wir nach einer knapp anderthalbstündigen Busfahrt von der Schule aus das kleine Dorf Mödlareuth, welches in der Nähe der bayrischen Stadt Hof liegt. Als alle Schüler und Lehrer aus dem Bus gestiegen waren, liefen wir noch ein kurzes Stück vom Busparkplatz ins Ortsinnere zum Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth. Da bis zum Beginn der Besichtigung noch einige Minuten Zeit waren, sammelten einige Schüler bereits davor einen ersten Endruck. Als nach nur kurzem Warten die eigentliche Besichtigung starten konnte, sahen wir uns als Einführung einen etwa 10-minütigen Film an. Dieser beinhaltete einen kurzen, dennoch sehr informativen und optisch sehr gut aufbereiteten Teil über die Geschichte des Ortes Mödlareuth und darüber, wie die Einwohner mit der Teilung des Ortes umgegangen sind. Dies wurde zudem passend durch die Einspielung von Kommentaren mehrerer Zeitzeugen unterstrichen und die dazugehörigen Erlebnisse dieser wurden qualitativ sehr gut vermittelt. Anschließend ging es weiter mit einer Ausstellung über die Geschichte Mödlareuths, welche mit passenden Ausstellungsstücken versehen war, welche teilweise sogar aus dem Ort stammten. Darunter waren Uniformen und auch Waffen aus der Zeit, in der die Mauer existierte. Zudem gab es Aussteller mit informativen Texten über die geschichtlichen Ereignisse im Kalten Krieg sowie zum Vietnam- und Korea-Krieg. Um die innere Ausstellung des Museums abzurunden, gingen wir noch in die gegenüberliegende Fahrzeughalle, in welcher teils restaurierte sowie auch sich noch im Originalzustand befindliche Fahrzeuge sowjetischer, amerikanischer, westdeutscher und auch ostdeutscher Herkunft exponiert waren.

Zum Schluss des Besuchs begaben wir uns noch auf eine Führung durch Mödlareuth, in welcher man sich das zuvor angeeignete Wissen nochmal bildlich vor Augen führen konnte und sich persönlich ein Bild von den historischen Ereignissen dort machen konnte und natürlich auch mal die Mauer berühren konnte. Leider befand sich zu dem Zeitpunkt unseres Aufenthalts in Mödlareuth die Außenanlage im Umbau, wodurch wir leider nicht in die vollkommene Geschichte des Dorfes eintauchen konnten, jedoch wird diese bald fertiggestellt und das Erlebnis wird somit noch immersiver. Uns als Jahrgangsstufe hat der Besuch in Mödlareuth sehr gut gefallen, und er hat uns alle in diesem besonderen historischen Aspekt Deutschlands weitergebildet und auch neue Blickwinkel darauf gegeben. Wir würden einen Besuch dort jedem sehr ans Herz legen, egal ob jung oder alt.

Niklas Hammer, Q11
Die Klasse 6f hat für euch (Zauber-)Tricks gesammelt, ausprobiert und euch genaue Anleitungen dazu geschrieben. Einige sind auch als Video verfügbar! Alle Tipps und Tricks findet ihr auf unserer digitalen Pinnwand.
Viel Spaß beim Ausprobieren!

„Vor uns das Meer“ – der vielfach ausgezeichnete Roman von Alan Gratz erzählt die Geschichte von drei Jugendlichen, die – obwohl sie in drei unterschiedlichen Jahrzehnten leben – ein Schicksal teilen: Sie fliehen vor Krieg und Verfolgung.

Die Klasse 9a beschäftigte sich mit den Geschichten von Josef aus Deutschland, Isabel aus Kuba und Mahmoud aus Syrien. Daraus entstanden sind einige kreative Produkte. Doch seht selbst:
Drei Schülerinnen der Klasse 6c haben ein neues Ende für die Ballade „Der Erlkönig“ von Johann Wolfgang von Goethe verfasst – einem DER Klassiker der deutschsprachigen Literatur! Lasst euch überraschen!

Der Erlkönig
von Johann Wolfgang Goethe
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.
Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif?-
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.-
»Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.«
Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht?-
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind-
»Willst, feiner Knabe, du mit mir gehen?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.«
Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort?-
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau.-
»Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.«
Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan!-
Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.
Ende der Geschichte:
Der Vater wollte es nicht glauben. Nein, nicht sein Sohn! Er drückte das Kind fest an sich, schloss zuerst die Augen, öffnete sie anschließend wieder und sah es an. Jetzt hielt er den leblosen und zierlichen Körper seines Sohnes in den Händen. Nichts rührte sich mehr um sie herum. Er spürte nicht einmal mehr den kalten Wind. Nichts konnte im Augenblick wichtiger sein als sein Sohn. Diesen, wenn auch letzten Moment konnte ihnen niemand nehmen! Plötzlich leuchteten Lichter hinter den Fenstern auf. Der Arzt war ebenfalls vom Hof gekommen, um nachzusehen, was passiert war bis er es selbst verstand. Seine Schritte wurden langsamer und als er endlich bei dem, noch immer reglosen Vater, ankam, legte er die Hand sacht auf die Schulter des Vaters.
Es waren einige Tage vergangen. Verwandte, Freunde, Bekannte waren benachrichtigt worden. Das Kind war auf mögliche Krankheiten untersucht worden, aber niemand war sich wirklich einig gewesen, was die Ursache des Todes hätte seien können. Jedenfalls hatte man bisher keine Diagnose aufgestellt. Nun saßen sie alle in der kleinen Kirche neben dem Hof des Arztes und erinnerten sich alle an den kleinen Jungen. Schließlich hätte er noch so viele Jahre, Erfahrungen, und Erlebnisse vor sich gehabt, aber jetzt war es vorbei. Trotzdem war der Vater froh, sich auf diese Weise von seinem Kind verabschieden zu können – letzte tröstende Worte, bevor es wirklich von ihnen ging! Schließlich wurde der Sohn beerdigt und seine Mutter legte weinend ihren Kopf auf die Schulter ihres Mannes. Sie standen ganz lange da. Selbst nach dem alle anderen gegangen waren. Stunden vergingen und sie standen immer noch dort . Es war inzwischen dunkel, kalt. Sie würden sicherlich noch weitere Stunden, wenn nicht sogar Tage dort verbringen, wäre da nicht die Sorge um den anderen, dass er hier draußen krank wurde.
Ein paar Wochen später traf die Familie ein weiteres Unglück. Die Mutter des verstorbenen Kindes wurde schwer krank. Ob es von den Schmerzen, die sie fühlen musste, weil sie ihr Kind verloren hatte, kam oder sie sich bei ihrem Kind angesteckt hatte, das konnte keiner beurteilen. Sie brauchte eine spezielle Medizin, um ihre Symptome zu lindern. Diese besaß aber nur der Arzt, der am anderen Ende des Waldes lebte. Wieder einmal ritt der Vater mit seinem Pferd durch den Wald, holte die Medizin und machte sich auf den Heimweg. Der Weg durch den Wald erschien ihm länger als zuvor. Er blieb für einen Moment stehen und sah sich um. Unschöne Erinnerungen kamen in ihm hoch: ,, Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?, Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort, Erlkönigs Töchter am düsteren Ort?, Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an! Erlkönig hat mir ein Leids getan!“ Er versuchte es zu verdrängen und an etwas Positives zu denken. Aber woran denn? Es gab nichts. Sein Kind war tot und seine Frau war schwer krank. Es war TOT! Nein, er konnte es immer noch nicht fassen. Manchmal glaubte der stets fürsorgliche Vater, das goldige Lachen seines Sohnes zu hören, jedoch wusste er, dass es vergebens war, sich das einzubilden und trotzdem heiterte es ihn etwas auf. Er ritt weiter, während die Gedanken immer noch in seinem Kopf kreisten. Er merkte, wie sein Körper von Sekunde zu Sekunde schwerer wurde und er nur noch auf den Rücken seines alten, schwachen Pferdes schauen konnte. Doch ein seltsames Geräusch ließ ihn aufschrecken. Der Vater konnte nicht genau deuten woher es kam, aber es war da. Zunächst verstand er nur ein Murmeln und so stieg er von seinem Pferd hinab. Das Murmeln wurde immer deutlicher und er vernahm bereits einige Worte. Er schaute sich um und forderte: ,, Möge sich der Fremde zeigen!“ Die Stimme kam näher und wurde zunehmend lauter. Sie war fremd, eigenartig, hinterhältig. Der Vater ahnte etwas, konnte jedoch noch nicht feststellen was. Und da sah er es – der Erlkönig! ,, Das ist absurd!“ , dachte er. Er wusste nicht einmal, wie der Erlkönig aussah, doch er zweifelte keinen Moment daran, dass er es war, denn sein Herz verriet es ihm. ,,Mein Herr, komm mit mir, komm mit mir! Ein schönes Leben beschere ich dir!“ , sprach der Erlkönig mit merkwürdig sanfter Stimme. ,, Ein Leben ohne Trauer und Leid, ein Leben voller Freude und Freiheit!“ ,, Du Schwindler, du Schwindler mein Sohn hat dir geglaubt und du, du hast ihn seines Lebens beraubt!‘‘ , schrie der Vater aufgebracht. Der Erlkönig aber, machte weiter: ,, Mein Herr, habe Vertrauen in mich, zu deinem Sohnemann führe ich dich! Dein Sohn ist bei mir in guten Händen, umhüllt in meiner Mutter gülden Gewändern! Du kannst das Glück mit ihm teilen, alle deine Schmerzen würden verheilen. Deine Frau kann sich auch zu uns gesellen! Du kannst dich mir nicht entgegen stellen!‘‘ Die schlagartige Veränderung der Stimme des Erlkönigs, machte dem Vater klar, dass er keinen Ausweg hatte. Was sollte er tun? Er wich zurück und stolperte über einen Ast. Er lag hilflos am Boden da. Nein, so durfte es nicht kommen. Seine Angst war groß, seine Wut umso stärker. Der Vater stemmte sich auf und brüllte: ,, Niemals, niemals gehe ich mit dir fort. Lieber sterbe ich an diesem Ort!“ ,, Wenn du nicht mitkommst, muss ich dich zwingen, aber dir zuvor deinen letzten Wunsch zu erfüllen, das sollte mir gelingen!“ , rief der Erlkönig lachend aus und kam dem Vater erstaunlich nahe. Er packte ihn am Hals und würgte ihn. Der Vater versuchte mit all seiner Kraft, ein letztes Mal an die schönste Zeit mit seinem Sohn zu denken. Es funktionierte nicht! Stattdessen durchlebte er noch einmal wie sein Kind litt – wie es schrie, halluzinierte und schließlich starb. Dem Vater war die Hand des Erlkönigs egal, das Leid seines Sohnes hingegen nicht. Jedes Glücksgefühl schien erloschen. Einige Zeit konnte er stehen bleiben und sich wehren. Letztendlich hielt er der Qual nicht mehr stand, erstickte an seinen Erinnerungen und brach im Wald zusammen.