Theater

aktuelle Produktionen:

Am 27. September 2023 war es wieder einmal soweit: Das Figurentheater Kuckucksheim schlug seine Zelte bei uns am Gymnasium Stein
Nach einer langen, unerträglichen Corona-Pause war es dieses Jahr endlich so weit. Das Oberstufentheater des Gymnasiums Stein unter der Leitung
Nachdem es dem Oberstufentheater in diesem Schuljahr leider nicht möglich ist, sein Publikum live auf der Bühne zu unterhalten, haben
Die Mitglieder*innen des Oberstufentheaters haben sich Gedanken gemacht, was sie machen würden, wenn ab morgen wieder alles möglich wäre.
Die Mitglieder*innen des Oberstufentheaters haben sich Gedanken gemacht, was sie in Zeiten der Pandemie alles nervt.
Die Mitglieder*innen des Oberstufentheaters haben sich Gedanken gemacht, wohin sie gerne wieder einmal reisen würden.
Liebe Schülerinnen und Schüler, sehr verehrte Eltern, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, „Wann ist man glücklich? Was braucht man, um
Die Theatergruppen unserer Schule haben sich der Themenbereiche Mobbing, Ausgrenzung und Gruppenzwang angenommen und in unterschiedlichen Inszenierungen aufgearbeitet. Dadurch entstanden
Bedrückendes Flüchtlingsdrama am Gymnasium Stein Oberstufentheater bringt das Thema Flüchtlingspolitik auf die Bühne und spendet einen Teil der Einnahmen der
„Ich habe die Ernte eingefahren. Ich wurde gewählt und stehe bereit. Millionen von Wählern haben mir ihr Vertrauen geschenkt und


Theater ist das dritte künstlerische Schulfach neben Musik und Kunst


Das Gymnasium Stein bietet seinen Schüler*innen von der 5. bis zur 12. Klasse die Möglichkeit, in einem Wahl- (profil-) Fach „Theater“ neue Seiten an sich zu entdecken, aktiv und kreativ mit anderen motivierten Schüler*innen an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten.

Das Fach Theater bietet …

  • Theater als Spiel: Das Theater ist ein konsequenzloser Probenraum für die Realität, indem es eine symbolische Darstellung der Welt bietet.
  • Theater fördert die Sozialkompetenz: Gruppe als altersmäßig homogene Gruppe von Angehörigen der gleichen Schule (soziale Komponente). Hinzu kommt das Arbeiten in der Gruppe an einem gemeinsamen Projekt. Das Schultheater ist zudem als ästhetischer Erfahrungsprozess zu verstehen: Es geht um die Frage nach dem „Wie“ und nicht nach dem „Was“, also: „Warum“ handelt eine Spielfigur so und NICHT anders? Durch das Nachvollziehen und Nachspielen werden Mitgefühl und Einfühlungsvermögen gefördert, indem das Subjekt im Mittelpunkt steht.
  • Theater fördert die Selbstfindung (Identität & Selbstreflexivität): Das Herangehen an die Rolle ist immer subjektiv („Was hat die Rolle mit mir zu tun?“) und zugleich objektiv (Es handelt sich um eine Figur aus einer Geschichte). Auf diese Weise erlernt der Schüler die Differenz von eigener und fremder Körperlichkeit, er erlebt eine andere Wirklichkeit, ohne die eigene zu vergessen und er lernt seine eigenen Grenzen kennen UND überschreiten.
  • Theater fördert die ästhetische Bildung: Gefühle finden nicht wirklich auf der Bühne statt, es müssen Zeichen dafür gefunden werden, wobei diese Zeichen im Moment des Spiels von Spieler und Zuschauer als (mögliche) Wirklichkeit empfunden werden.
  • Theater schafft Grundlagen für andere Fächer: Theater ist die Weitergabe von Kulturgut (Drama, Theorie, Interpretation, Ästhetik, Literatur, …). Hinzu kommen Kompetenzen wie freies Sprechen vor einem Publikum (Referate!), das Arbeiten in einer Gruppe oder auch das Recherchieren zu einem Thema.

Unterstufentheater : Betreut von Frau Flasche (Klasse 5 und 6)

Mittelstufentheater: Betreut von Herrn Thoma (Klasse 7 bis 9)

Oberstufentheater: Betreut von Herrn Peschel (Klasse 10 bis 12)

Das Figurentheater Kuckucksheim mit dem Stück „Woyzeck“ zu Gast am Gymnasium Stein

Am 27. September 2023 war es wieder einmal soweit: Das Figurentheater Kuckucksheim schlug seine Zelte bei uns am Gymnasium Stein auf und präsentierte das Stück „Woyzeck“, das dem Publikum, den Deutsch-Oberstufenkursen der Q12, schon aus dem Deutschunterricht wohlbekannt war.

Im Musiksaal baute das Team des Puppentheaters die Bühne auf und gleich darauf konnte es losgehen: Das Drama aus dem Jahr 1836, das auf einer wahren Begebenheit beruht, thematisiert die Geschichte des armen Stadtsoldaten Woyzeck. Als dieser von der Untreue seiner Marie mit dem Tambourmajor des Regiments erfährt, ermordet er Marie aus Eifersucht und in geistiger Verwirrung.

Im Anschluss an das Figurentheaterstück haben wir ein paar Eindrücke eingefangen:

„Die Aufführung war gut zu verfolgen, wenn man das Drama vorher gelesen hatte. Die Handlungsabschnitte wurden angekündigt und der Schauspieler war sehr vertieft und leidenschaftlich. Zwar hat sich das Stück etwas in die Länge gezogen, dafür wurde sich aber viel Interpretationsspielraum genommen. Insgesamt sehr gelungen!

„Ein gut durchdachtes Stück. Jeder verwendete Gegenstand hatte eine symbolische Bedeutung.“

„Ich fands gut, erfrischend, mal anders und dramatischer als die Lektüre.“

„Dadurch, dass wir das Werk davor gelesen hatten, konnte man der Struktur des Stückes gut folgen. Für ein Ein-Mann-Stück war es gut umgesetzt.“

„Man merkt, wie sehr der Darsteller seinen Job liebt.“

„Eine sehr beeindruckende Solo-Performance!“

„Sehr schöne Gestaltung, vor allem weil der Schauspieler alleine war!“

„Es ist faszinierend, wie ein einziger Mensch das gesamte Stück am Laufen hält: Puppen bewegen, Musik abspielen, singen…“

„Die Puppen wurden gut eingesetzt!“

„War sehr gut, aber schade, dass manche Szenen rausgelassen wurden.“

„Unterhaltsame Lieder als Abwechslung zum gesprochenen Text.“

„Da es ein eher trauriges Stück ist, waren die Lieder nicht immer passend.“

„Was hat dir gut gefallen?“ – „Die Mucke, der Mann klang echt richtig krass!“

„Toller Gesang!“

„Woyzecks Wahnsinn kam in diesem Stück besonders gut zum Ausdruck!“

„Auf einer Skala von 1-10 würde ich eine 8 geben. Aber es wäre besser, wenn wir einen größeren Raum zur Verfügung hätten.“

„Schaufel als Tambourmajor?“ – „War sehr gut.“ – „Interessant in Hinblick auf den Kontext.“

„Das Stück hat mich oft zum Staunen gebracht.“

Challenge in Love – Aufführung des Oberstufentheaters

Nach einer langen, unerträglichen Corona-Pause war es dieses Jahr endlich so weit. Das Oberstufentheater des Gymnasiums Stein unter der Leitung von Katharina Wulff und Thorsten Peschel durfte am 13. und 14. März 2023 wieder auf der Bühne stehen.

Dass es so weit kommen würde, war zu Schuljahresbeginn mehr Wunsch als Wahrscheinlichkeit: Schon in den letzten Jahren ging man optimistisch und voller Elan in die Proben, nur um im Laufe des Winters immer mehr Einschränkungen auferlegt zu bekommen, bis am Ende das Aufführungsverbot stand.

Auf dem Programm stand dieses Jahr mit „Challenge in Love“ eine modernisierte Version des Klassikers „Verlorene Liebesmüh“ von William Shakespeare. Als die Gruppe im September zu proben begann, war noch nicht klar, was für ein Stück sich entwickeln würde. Was an diesem Werk ist für die Schüler*innen im 21. Jahrhundert noch interessant? Was kann man in ihre Lebenswelt übertragen?

Bereits die Auseinandersetzung mit der ersten Szene stellte die Weichen für die Grundausrichtung der kommenden Szenen: Es war die Idee geboren, dass eine Cheerleadergruppe einen shakespeareschen Pakt schließt:

Ihr Motto lautet:

Ein Jahr lang jeden Tag ins Gym!

Ein Jahr lang jeden Tag nur noch auf den Abschluss konzentrieren!

Ein Jahr lang kein Social Media!

Und das Wichtigste: No Boys!

Auch die Idee, dass jede, die gegen diese Vorgaben verstößt, die „Brooke-Bestrafung“ erhält (was immer diese sein soll), entstand bereits in dieser frühen Phase der Proben.

Halte dich an die Regeln, sonst…

Im Laufe des Winters und der arbeitsintensiven Theaterprobenfahrt nach Burg Feuerstein im Januar 2023 nahm das Stück an Form an. Dank vieler kreativer Ideen und spontaner Einfälle entfaltete sich die Komödie wie von selbst:

Nachdem die beliebte Schülerin Tiffany als Chefin der Cheerleader von ihrem Freund verlassen worden ist, startet sie zusammen mit ihren Freundinnen eine Challenge an ihrer High School. Sie wollen sich ab jetzt darauf konzentrieren, ihren Körper und Geist bis zum Äußersten zu trainieren, um einen möglichst guten Abschluss zu erreichen. Damit sie von ihrem Ziel nicht abgelenkt werden, beschließen sie, die Liebe aus ihrem Leben zu verbannen. Zudem schaffen Sie es, dass die ganze Schule mitmacht. Doch wie bei Shakespeare üblich, kommt am Ende alles ganz anders als geplant …

Zusätzlichen Charme erlangte das Stück auch durch die musikalischen Gesangseinlagen der Gruppe, die ohne die Hilfe von Frau Großmann und Anna Rosensaft (Gitarren- und Klavierbegleitung) nicht möglich gewesen wären.

Nach einigen langen Proben-Wochenenden kurz vor der Aufführung konnte die Gruppe das finale Ergebnis endlich stolz vor einer vollen Aula präsentieren.

Als die Aufführung immer näher rückte, stieg die Nervosität im Team deutlich an. Dies lag vor allem daran, dass allen Spieler*innen durch die jahrelange Corona-Zwangspause jegliche Bühnenerfahrung fehlte. Keiner wusste, was ihn auf der Bühne vor Publikum erwarten würde!

Allerdings waren alle Bedenken völlig unbegründet, denn auf der Bühne lief alles glatt und alle Aufregung war vergessen!

Auch das Publikum war nach der 45-minütigen Premiere begeistert. Die Leichtigkeit der Komödie sorgte für herzhafte Lacher!

Doch kaum waren die letzte Verbeugung getätigt und der letzte Vorhang gefallen, war die Sehnsucht nach neuen Abenteuern geweckt: Was wird das nächste Stück? Wer bleibt der Gruppe treu?

Wir dürfen gespannt sein!

Text: Isabell Jenewein & Marie Rosensaft, 9d

Fotos: Julian Klöß, 10a & Thorsten Peschel

Sag doch auch mal was! – Ein Video der Oberstufentheatergruppe

Nachdem es dem Oberstufentheater in diesem Schuljahr leider nicht möglich ist, sein Publikum live auf der Bühne zu unterhalten, haben sich die Spieler*innen dazu entschieden, etwas Neues auszuprobieren: ein Videoprojekt!

In einem Video spielen sie die verschiedenen Phasen und Probleme der Pandemie und deren Auswirkungen auf unser Leben durch.

Das würde ich machen, wenn morgen … – Fotostrecke des Oberstufentheaters

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Die Mitglieder*innen des Oberstufentheaters haben sich Gedanken gemacht, was sie machen würden, wenn ab morgen wieder alles möglich wäre.

Das nervt mich! – Fotostrecke des Oberstufentheaters

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Die Mitglieder*innen des Oberstufentheaters haben sich Gedanken gemacht, was sie in Zeiten der Pandemie alles nervt.

Da will ich hin! – Fotostrecke des Oberstufentheaters

Die Mitglieder*innen des Oberstufentheaters haben sich Gedanken gemacht, wohin sie gerne wieder einmal reisen würden.

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Oberstufentheater – NENN! MICH! KARL?

Liebe Schülerinnen und Schüler, sehr verehrte Eltern, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

„Wann ist man glücklich? Was braucht man, um glücklich zu sein?“

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Oberstufentheatergruppe in ihrer diesjährigen Produktion.

Hiermit möchten wir Sie ganz herzlich zu unseren Aufführungen einladen.

NENN! MICH! KARL?

inspiriert von Friedrich Schillers „Die Räuber“

Sie finden am Dienstag, dem 18. Februar, sowie Mittwoch, dem 19. Februar 2020, jeweils um 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums Stein statt.

Die Gruppe verdeutlicht an unterschiedlichen Lebensmustern, dass wir zu oft unser Glück nicht im Hier und Jetzt suchen, sondern vergangene (Glücks-) Momente nicht loslassen können und sie wieder herstellen wollen. Wir schielen neidisch auf das Leben anderer und suchen dieses zu erreichen, statt unser eigenes Leben zu leben. Wir trachten nach Geld und anderen materiellen „Erfolgen“, nur um zu erkennen, dass letztlich etwas Entscheidendes in unserem Leben fehlt.

„Dieser Spiegel ist Wahrheit, Heuchelei und Larven bestehen nicht.

Dein Gesicht ist ein Gemälde, eine reine Poesie.

Traurig drehe ich mich langsam weg.“

Das Ensemble der Oberstufentheatergruppe würde sich sehr freuen, Sie wieder möglichst zahlreich bei uns begrüßen und Ihnen einen spannenden Theaterabend bereiten zu dürfen!

Wir laden Sie auch herzlich ein, sich nach der Aufführung noch ein paar Minuten mit uns in entspannter Atmosphäre zusammen zu setzen, um über die Inszenierung zu reden.

Der AK Verköstigung will vor den Aufführungen auch wieder Snacks und Getränke anbieten.

Theaterfestival 2019

Die Theatergruppen unserer Schule haben sich der Themenbereiche Mobbing, Ausgrenzung und Gruppenzwang angenommen und in unterschiedlichen Inszenierungen aufgearbeitet. Dadurch entstanden zwei interessante und unterhaltsame Abende, die auch stark zum Nachdenken anregten.

Das Mittelstufentheater präsentierte:

Nicht Chicago. Nicht hier

Als Jessy, die Neue in der Klasse, bei Nicki zu Hause einen MP3-Player mitgehen lässt, ist es dieser unangenehm, Jessy zur Rede zu stellen. Verunsichert, ohne großen Freundeskreis und von den Eltern nicht verstanden wird Nicki zum perfekten Opfer der kühl und manipulativ handelnden Jessy…

Denn wieso sollten diese schlimmen Dinge ausgerechnet hier passieren – man ist doch nicht in Chicago bei der Mafia… Doch unter Kindern geschehen Dinge, die Erwachsene leicht übersehen. In Chicago und hier!

 

Das Unterstufentheater präsentierte:

Linie 154 – Die Busstory

Denken Sie, während einer Busfahrt zur Schule passiert nichts Aufregendes? – Falsch! Wir beweisen Ihnen das Gegenteil mit einer packenden Story aus Liebe, Zickenkrieg und Zusammenhalt! Die Mädchenclique des Gymnasiums Stein trifft während ihrer Fahrt zur Schule auf die Jungenclique des Gymnasiums Oberasbach mit ihrem Anführer Alex, der jeden Tag ordentlich für Ärger sorgt. Ob es wohl den Jugendlichen gelingt, etwas gegen Alex zu unternehmen?

 

Im Vorprogramm führten die Theaterklassen 6a und 7a ihre Stücke auf:

Bei der Klasse 7a handelte es sich dabei um ihre Abschlussproduktion nach drei Jahren als Theaterklasse. Die SchülerInnen entschieden sich, den Roman „Lockwood & Co“ auf die Bühne zu bringen. Dafür mussten die SchülerInnen zuerst die Handlung kürzen, dann den Roman in ein Drehbuch umschreiben, zuletzt wurden die Szenen dramaturgisch umgesetzt, dafür mussten die SchülerInnen ihr erworbenes Wissen der letzten Jahre anwenden. Bemerkenswert an der Inszenierung war, dass das Stück von den SchülerInnen vollständig selbst entwickelt wurde.

Die Theaterklasse 6a inszenierte verschiedene Balladenklassiker, wobei vor allem das Nutzen des Bühnenraums im Mittelpunkt stand.

Future World

Bedrückendes Flüchtlingsdrama am Gymnasium Stein

Oberstufentheater bringt das Thema Flüchtlingspolitik auf die Bühne und spendet einen Teil der Einnahmen der Flüchtlingshilfe der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Stein

„Wir sind nicht Kakerlaken, wir sind nicht Ratten, wir sind nicht Dreck, wir sind Menschen! Wir wollen leben wie Menschen, und wollen haben, was uns zusteht, weil wir Menschen sind.“ 

In diesem Zitat aus Gerhard Meisters Drama „Amerika“ steckt viel verdrängte Wahrheit. Wenn die Welt über menschliche Schicksale spricht, geschieht das meist nicht emotional oder gar an individuellen Beispielen, sondern man anonymisiert die persönlichen Tragödien, wertet sie verbal ab („Asyltouristen“) und versteckt sie in Zahlen: „Wieder 200 Menschen während ihrer Flucht über das Mittelmeer ertrunken.“ 

Diese Aussage ist faktisch richtig, aber sie verschleiert das Leid jedes Einzelnen, negiert die Mitschuld, die auch Europa an diesem Schicksal hat.

Das Ensemble des Oberstufentheaters am Gymnasium Stein brachte mit seiner Inszenierung „Future World“ nach Gerhard Meisters Drama das Thema „Flüchtlingspolitik“ facettenreich auf die Bühne. In den Vorstellungen am 18. und 19. Februar 2019 gingen die Schüler*innen auf alle wesentlichen Aspekte dieses komplexen Themas ein: die Gründe für die Migration, das Ausnutzen der Flüchtlinge durch Schlepper und Händler, das persönliche Leiden und Sterben auf der Überfahrt, aber vor allem auch die (Un-) Willkommenskultur in den „Traumländern“, wo die Flüchtlinge nicht nur mit offenen Armen empfangen, sondern vor allem abgelehnt, mit Vorurteilen betrachtet, ausgegrenzt und wieder verfolgt werden, sodass sie bis zum Schluss an die Grenzen ihrer Menschlichkeit getrieben werden, statt endlich das sein können, was sie sind: Menschen.

Bei der Flüchtlingspolitik geht es letztlich nicht um die offizielle Frage nach dem Umgang mit den Migranten, also um die Frage nach Integration oder Abschiebung, sondern um die persönlichen Schicksale und den Umgang jedes Einzelnen von uns mit diesen: Sehen wir den Menschen, der vor uns steht? Wollen wir ihn überhaupt sehen? Wie reagieren wir? Reagieren wir überhaupt? Es geht hier um nicht weniger als die soziale Frage des 21. Jahrhunderts!

So ist eine Inszenierung entstanden, die inhaltlich zeitlos und zugleich hochaktuell ist, die durch ihre absurden Brechungen und ästhetischen Stilisierungen dem Stoff an vielen Stellen seine Härte nahm, ohne diese zu verharmlosen oder den Inhalt in Frage zu stellen, gleichzeitig aber auch den Irrsinn des Ganzen verdeutlichte.

Auf diese Weise gelang es der Gruppe, ihrem Publikum durchgehend einen Spiegel vorzuhalten: Der Zuschauer wurde mit den populistischen Äußerungen des Alltags im Angesicht des Elends der Flüchtlinge konfrontiert und damit dazu gezwungen, sich und seine Einstellung zum Thema Flüchtlingspolitik permanent kritisch zu hinterfragen.

Wie groß die Wirkung des Stücks auf das Publikum war, wurde nach den Aufführungen deutlich: Im Saal herrschte eine gedrückte und nachdenkliche Stimmung. Vielen Zuschauern war anzumerken, dass sie das Stück sichtlich mitgenommen und nachhaltig beeindruckt hat.

Das Thema hat auch die Theatergruppe selbst geprägt: Die Schüler*innen haben sich entschieden, einen Großteil ihrer Spendeneinnahmen bei den Aufführungen der Flüchtlingshilfe der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Stein zu spenden.

Pfarrer Reiner Redlingshöfer und zahlreiche weitere Ehrenamtliche der Flüchtlingshilfe wohnten nicht nur der Vorstellung bei, sondern freuten sich auch über 350 €, die im Rahmen einer Spendenübergabe am 27. Februar 2019 durch die Spieler*innen erfolgte.

Oberstufentheater – DUX: Ich bau’ mir meine Autokratie

„Ich habe die Ernte eingefahren. Ich wurde gewählt und stehe bereit. Millionen von Wählern haben mir ihr Vertrauen geschenkt und ich werde liefern, um die Zukunftsfähigkeit des Landes zu sichern. Denn dafür habe ich den Wählerauftrag bekommen und diesen werde ich mit Demut annehmen. Danke!“                  

(Magnus Dux nach seiner Wahl zum Präsidenten)

 

Dieses Jahr hat sich die Gruppe dem Thema „Theater und Politik“ an. Es geht uns um die Fragen: Was bringt Menschen dazu, extreme Parteien zu wählen? Wie wird aus einem Menschen ein Tyrann? Welche Schritte sind notwendig, um aus einer Demokratie eine Autokratie zu machen?

Die Schülerinnen und Schüler haben sich dafür mit Autokratien in Vergangenheit und Gegenwart auseinandergesetzt und ihre Erkenntnisse in die Entstehung des Stücks einfließen lassen.

In der Inszenierung wird in sieben Schritten gezeigt, wie ein Präsidentschafts-kandidat erst gewählt wird und nach seiner Wahl nach und nach Konkurrenten ausschaltet und Rechte einschränkt. Das Geschehen wird überzeichnet und verzerrt, damit es universal auf viele Autokratien anwendbar ist. Beispielsweise wurden die Nussallergiker als Feindbild seiner Bewegung gewählt, die man mit allen Mitteln ausgrenzt und ihnen alle Schuld zuweist.

Neben der Frage nach den Mitteln des Autokraten wird auch der Wandel der Person von einem formbaren und unscheinbaren Menschen zu einem Machtmenschen dargestellt, der sich im Lauf der Handlung von seinen Beratern, die ihn anfangs formen und kontrollieren, kaltblütig trennt.

Zusätzlich wird jeder Schritt durch eine Video-Nachrichtensendung eingeleitet, die die folgende Szene einleitet und zugleich die Rolle der Medien im Prozess der Machtergreifung kritisch beleuchtet. Hinzu kommen zwei außerhalb des Stücks stehende Kommentatorinnen, die die Szenen immer wieder unterbrechen, kommentieren und mit aktuellen politischen Bezügen vertiefen.