Zivilcourage – wie du Alltagsheld*in wirst!

Ein Artikel von Sylvie Ammon Klass 8b

Wer hat nicht schon einmal Ähnliches erlebt: Auf dem Heimweg im Schulbus hört man plötzlich, wie auf einer der hinteren Bänke der Neue aus der Klasse von anderen Mitschülern ausgelacht wird. Irgendwie tut er einem leid, doch was kann man da schon machen? Mit den anderen will man sich auch nicht anlegen. Dieser Artikel soll zeigen, dass du in einer solchen Situation doch etwas tun kannst: Zivilcourage zeigen.

Gewalt, Bloßstellungen und abfällige Bemerkungen in der Öffentlichkeit sind alltäglich. Aus einer Umfrage unter 1000 Personen ging hervor, dass leider nur in den wenigsten Fällen geholfen wird. Doch mit Zivilcourage kann Abhilfe geschaffen werden: Anders als bei bloßer Hilfsbereitschaft setzt du dich für jemanden ein, der von einer oder mehreren Personen bedroht wird, Du beweist Mut durch Vertreten deiner Werte.

Zivilcourage wird in den unterschiedlichsten Situationen benötigt, ob bei häuslicher Gewalt in der Nachbarschaft oder rassistischen Bemerkungen im Freundeskreis. Warum greifen die Wenigsten ein? Auf der einen Seite steht oft die Überzeugung, dass es wichtig ist, Hilfe zu leisten, und auf der anderen Respekt vor der Privatsphäre anderer. Außerdem möchte man sich auf keinen Fall selbst zum Opfer machen.

Dabei ist das gar nicht notwendig, wenn du dich nicht kopflos auf den Angreifer stürzt. Registriere zuerst die Situation. Was passiert gerade um dich herum? Zweitens: Überlege, ob es sich um einen Notfall handelt. Wird die Frau, die hinten im Bus mit einem Mann eine heftige Diskussion führt, von diesem belästigt oder handelt es sich nur um eine Auseinandersetzung unter Freunden? Beachte dabei, dass auch Letzteres ein Anlass für Zivilcourage sein kann, wenn es nicht bei einer harmlosen Meinungsverschiedenheit bleibt! Ist die vorliegende Situation nun deiner Meinung nach ein Notfall, musst du überlegen, ob du dich verantwortlich fühlst und dir später Vorwürfe machen würdest, wenn du nichts tust. Ist das der Fall, geht es darum, dein Handlungswissen zu aktivieren und dir zu überlegen, wie du eingreifen willst, ohne ein Risiko einzugehen. Nun folgt der finale Schritt: das Eingreifen.

Damit du nicht am Ende doch noch selbst in Gefahr gerätst, gibt es einige Verhaltensregeln für den Notfall: Zuerst beobachtest du den Täter und prägst dir wichtige Merkmale ein, denn das kann eine spätere Fahndung erleichtern. Nun kannst du ohne Eigengefährdung versuchen zu helfen. Wichtig hierbei: Gehe nicht auf den Täter ein, sondern konzentriere dich einzig und allein auf das Opfer! Sei auf keinen Fall aggressiv, bleibe sachlich und beschwichtigend. Du kannst andere Anwesende ansprechen und Hilfe anfordern, zum Beispiel indem du diese aufforderst, die Polizei zu verständigen. Achte aber darauf, nicht wegzulaufen, denn dadurch fühlt sich das Opfer im Stich gelassen. Beruhige oder tröste es und leiste gegebenenfalls erste Hilfe. Stelle dich außerdem als Zeuge zur Verfügung.

Auf die oben genannte Situation im Bus bezogen, könntest du zum Beispiel so reagieren: Merke dir, wer Opfer und Täter ist, damit du im Falle einer Eskalation Lehrer*in oder Busfahrer*in Hinweise geben kannst. Wenn du es nicht zu gefährlich findest, könntest du zum Beispiel zum Ort der Auseinandersetzung gehen und den neuen Mitschüler einfach fragen, ob du dich zu ihm setzen kannst. Dadurch gehst du weder auf die Täter ein, noch wirkst du aggressiv. So ein Einschreiten kann vielleicht schon helfen, dass die Aggression der Täter verebbt.

Jetzt weißt du, wie wichtig es ist, Zivilcourage zu zeigen, um Gewalt in der Öffentlichkeit zu vermeiden, und wie du dieses Wissen anwendest, ohne dich dabei selbst in Gefahr zu bringen! Das Ziel dieses Artikels ist ein friedliches Schulleben mit Zivilcourage, ohne Gewalt. Und bestimmt hast du nun auch gemerkt, dass man keine großen Taten vollbringen muss, um ein Held zu sein!